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Illuminate 4.32 PM On Motorway a)Entrance b) Monotonus Traffic c)Stop And Go d)Tunnelrace Equality Of Life Disaster Stormy Sunday Tapevoice Pixiedust |
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Illuminate Ein alter, kleiner und unbedeutender Leierkastenmann spielte jeden Tag auf dem Marktplatz der großen Stadt seine Melodien. Meistens tat er dies gerne, wenn gerade Markt war. Der Spieler hoffte, das er an diesen Tagen besonders viel Geld für sein Spiel in seinen alten zerzausten Hut bekam. Er wusste, dass es sein großes Pech war, dass er eigene Kompositionen zum Besten gab. Damit traf er nicht unbedingt den Nerv der Zeit. Diese Zeit war hektisch, stressig, voller Geldgier, Hass und Neid. Der alte Mann grübelte deshalb immer bei seinem Spiel über dies und das und hing seinen traurigen Gedanken über die Welt und Menschen nach. Aber er wollte nie etwas anderes spielen, sich nie dem aktuellen Zeitgeist, der gerade angesagt war und dem seiner Meinung nach alle nachrannten, anpassen. Die Melodien die er spielte klangen traurig, verträumt manchmal auch etwas zuckrig. Er dachte sich aber immer dabei: „Was soll's, mir gefällt es und ich will das eben so“ Das Problem war, die Menschen die ihn sahen, an ihm vorübergingen ohne genau hinzuhören, ohne sich die Zeit zu nehmen, verstanden seine Musik nicht. Die wenigen die bei ihm verharrten und ihm aufmerksam zuhörten - wohl weil sie auch noch nie so einen obskuren alten Mann mit Leierkasten gesehen hatten, bekamen glänzende Augen und sahen entspannt aus. „Vielleicht“ so dachte sich der alte Mann, „Vielleicht haben sie etwas von meinen Gedanken mitgenommen, vielleicht konnte ich ihnen etwas schenken“. Somit war der Leierkastenmann glücklich, wenn nur einer bei ihm stand und zuhörte. Es geschah nicht selten, dass Leute vorbei rannten und meinten: „Schaut mal, der dreht doch nur vorgefertigtes Zeug und selbst dies klingt schauderhaft“. Früher diskutierte er mit ihnen über Sinn und Zweck von so einem Leierkasten, der angeblich so leicht zu bedienen war. Mit der Zeit ließ er dies aber sein und lächelte bei solchen Bemerkungen nur still vor sich hin. Er liebte es einfach die Menschen zu sehen, die durch seine Melodien ihre Angst und ihren Stress, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick vergaßen. Eines Tages aber wagte er ein kleines Experiment. Er komponierte auf dem Leierkasten eine Melodieart die gerade zu der Zeit sehr aktuell und oft gehört wurde. Als er diese fertig gestellt hatte, trug er sie mit großer Lautstärke auf dem Markplatz vor. Er bemerkte, dass auf einmal viele Menschen um ihn herum standen und zuhörten. Ja, einige fingen sogar an zu tanzen. Als er abends nach Hause ging war der Hut prall gefüllt mit Geldstücken. Was ihn aber sehr traurig machte war, die wenigen Menschen die vorher seiner Musik gelauscht haben, von denen war keiner stehen geblieben. All die Menschen die er bei seiner neuen Musik sah, hatten auch kein Glänzen in die Augen bekommen. Sie waren, als sie weitergingen, genauso hektisch wie sie vorher waren. Er beschloss, dass er die neue Melodie nur noch eine kurze Zeit auf dem Markt spielte, damit er Geld für sein Essen bekam, um dann nur noch Melodien zu komponieren, die ihm gefielen und seinen wenigen aufmerksamen Zuhörern glänzende Augen in das Gesicht zauberten.
4.37 A.M. On Motorway Der Spieler trat mit seinem alten und klapprigen Auto eine längere Reise an. Er liebte es, so früh am Morgen unterwegs zu sein und genoss die Musik die aus seinem Radio kam. Nur ganz wenige Fahrzeuge sahen mit ihren Insassen so aus, als wenn sie in den Urlaub fahren wollten oder davon zurückkämen. Alle anderen, wenn er sich so ihre verbissenen Gesichter anschaute, befanden sich wohl auf dem Weg zur Arbeit. Bis zur Mittagszeit ging es ziemlich eintönig und ohne weitere Zwischenfälle sehr gut voran. Jetzt aber merkte der Leierkastenmann, dass sich die Autobahn mehr und mehr füllte, es ging fast nur noch stockend vorwärts. Der Spieler, eigentlich ein frommer und ruhiger Mensch, schimpfte wegen dieser Verzögerungen und regte sich über die notorischen Linksfahrer mit Wackeldackeln und gestrickten Toilettenpapierhaltern auf der Heckablage tierisch auf. Er verglich Autofahrer gerne mit einer Herde Schafe, die auf der Weide ständig in Bewegung sind um neues frisches Gras zu finden, gelenkt in Bahnen und Geschwindigkeit die der Hirte und seine Hunde vorgaben. Manche Autofahrer schienen von dem Wahn getrieben zu sein, woanders etwas anderes zu sehen, oder an anderer Stelle eine wichtige Tätigkeit erfüllen zu müssen. LKWs fuhren Ware hin und her, nur damit sie später mit kleineren LKWs wieder zurückgefahren wurden. Was für ein unnützer Aufwand wegen mancher unnützen Artikel. Warum gab es nur dutzende verschiedene Joghurtsorten? Wer brauchte unzählige verschiedene Kaffeesorten? Wer in aller Welt brauchte so viele stille Tafelwässerchen? Wer so viele unendliche Eissorten, die doch nur aus dem ein und denselben chemischen Grundmaterial bestanden und sich nur in der Verpackung oder Form unterscheiden? So verging die Zeit und Staus lösten sich mit Baustellen ab. Nachmittags, als sich endlich die Landschaft etwas veränderte, wurde seine Laune wieder etwas besser und er freute sich auf die kommenden Tunnelfahrten. Da, wo alle Fahrzeuge auf engstem Raum, mit 100 Sachen dicht an der dreckigen Tunnelwand entlang fuhren. Dieses Gefühl beeindruckte ihn so sehr, das er sogar die Scheiben von seinem Auto herunterließ, um die Geräusche in dieser schmalen dunklen und stinkigen Röhre besser zu hören. Mulmig wurde es ihm nur, wenn er sich zwischen LKWs hindurchzwängen musste. Jetzt nur noch wenige Kilometer und er war nach der für ihn aufregenden Tunnelfahrt an seinem Ziel. Der Spieler machte den ganzen Aufstand nur wegen einer Automesse auf der er sich sein vermeintlich neues Auto ansehen wollte, welches dort das erste mal öffentlich vorgestellt wurde. Am Parkplatz angekommen, staunte er nicht schlecht über die vielen Menschen die schon anwesend waren. Nach einer guten Stunde Parkplatzsuche und stockendem Gedränge auf der Piste, machte er sich zu Fuß auf den Weg zum Eingang der Messe, löste seine Karte und verschwand im Getümmel. Als er endlich nach etlichen Fußkilometern den Messestand seiner Wahl gefunden hatte, schaute er auf viele gaffende Menschen und er sah zum ersten Mal was auf so einem Stand überhaupt los war. Laute, stampfende, kreischende Musik, ein Moderator, nicht gerade wenig schwitzend, versuchte mit dümmlichen Sprüchen, Spielen und Späßen die Masse anzustacheln. Junge, mit bombastischer Schminke, verunstaltete Mädchen die in Bikinis gekleidet, geschnitten (und ähnlich viel Material) wie Zahnseide, zwischen wiederum schwitzenden Menschen auf dem Stand umherschwirrten und Prospekte verteilten. Dabei immer so lächelnd, als wenn sie ein Gesichtskrampf behindere oder das man annehmen könnte sie standen unter Drogen die sie willenlos machten. Er beobachtete das Treiben eine Weile, kaufte sich zwischen den Ständen für unglaublich viel Geld etwas zu Trinken, weil ihm der Hals ausgedörrt schien. Kaum hatte er das kleine Getränk mit einem Nipp geleert, machte der Leierkastenmann sich sofort auf den Weg zum Ausgang. Er schimpfte und haderte mit sich selbst, dass er diesen langen und seiner Meinung nach jetzt unnötigen Weg überhaupt zurückgelegt hatte um sich diesen hysterischen Wahn anzutun. Am Ausgang angekommen rannte er förmlich zu seinem Wagen und begab sich auf den Rückweg nach Hause. „Ich werde mein altes Auto wohl noch eine Weile behalten“ grummelte er vor sich hin. „So schlecht ist es nun auch wieder nicht. Ich bin hierher gekommen, komme auch wieder nach Hause und das reicht mir wieder für lange Zeit“
Disaster An einem sehr heißen Sommertag hatte der alte Mann keinerlei Lust an seinem Leierkasten zu drehen. Er setzte sich stattdessen lieber in ein Cafe und genoss den kühlen Schatten der großen Bäume die um die Tische trotzig und schief aus dem Asphaltboden hervor wuchsen. Er lauschte dem Gesang der Vögel die dort versteckt in den Ästen saßen. Der Leierkastenmann beobachtete in Gedanken versunken die eifrigen Leute die ihre Einkäufe tätigten und sich dabei über die Hitze beklagten. Als er sich gerade fragte, warum manche Leute meinten, in der Stadt bei dieser Hitze, Kleider kaufen zu müssen, dabei seine eigene Zweckkleidung, die aus abgeschnittenen alten Jeans, einer Art Gesundheitssandalen und abgewaschenem T-Shirt bestand, argwöhnisch begutachtete gab es auf der Straßenkreuzung einen Verkehrsunfall. Mit einem lauten Knall krachten mehrere Autos ineinander. Alle Vögel in den angrenzenden Bäumen des Cafés flogen mit aufgeregtem Zwitschern davon. Die Autofahrer sprangen gleich aus ihren Autos und sahen sich blass den entstandenen Schaden an. „Wenigstens hat sich keiner verletzt“ dachte der alte Mann und beobachtete eine Katze die auf dem Baum einem Vogel auflauerte, der sich dort gerade wieder niedergelassen hatte. So vergingen einige Minuten, als er lautes Geschrei auf der Kreuzung wahrnahm. Er blickte kurz hinüber zu der Menschentraube die sich dort bereits gebildet hatte. Amüsiert betrachtete er die beteiligten Unfallfahrer und die Schaulustigen die eifrig miteinander diskutierten, wer wohl Schuld an diesem Unfall hatte. Mittlerweile hatte die Katze sich dem Vogel, der immer noch fröhlich sein Lied trällerte, bedenklich genähert. Interessiert schaute der Spieler den beiden Tieren zu. Er blickte dabei immer kurz zu der Menschenmenge am Unfallort. Mittlerweile befand sich dort die Polizei um das Chaos wenigstens etwas zu ordnen. Mehr interessierte ihn jedoch die Katze. die es auf den Vogel abgesehen hatte. Er bewunderte ihre instinktive Schleichhaltung und Geschicklichkeit, wie sie sich dem Vogel mehr und mehr näherte, bis sie glaubte ihn mit einem Sprung erreichen zu können. Es fesselte ihn, wie das Schicksal beider Tiere wohl ausgehen mag. Etwas zynisch dachte er an gerade dieses Schicksal der Tiere und die Menschen die sich um ihr Autoblech Sorgen machten. Wussten denn die Leute nicht, dass es hier um Leben und Tod ging? Wussten die nicht, dass der arme Vogel bald sterben könnte? Gerade als der Leierkastenmann sich selbst zu Rechenschaft zog warum er nicht den Vogel warnte, sprang die Katze mit einem geräuschlosen Satz auf den Vogel. Er sah zwischen den Bäumen nur noch die Federn des Vogels still auf den Boden schaukeln, dann war nichts mehr von der Katze und dem Vogel zu sehen oder zu hören. Keiner von den umstehenden Menschen schien etwas davon mitbekommen zu haben, dass hier ein Lebewesen gerade starb. Das ist der Lauf der Natur dachte er sich und machte sich auf den Weg zu seinem Leierkasten. Er begegnete einem kleinen Jungen, der interessiert die Vogelfedern auf dem Asphaltboden anschaute. Das Kind fragte den Spieler woher die Federn kamen, waren sie vorher doch nicht da gewesen. Der Spieler erzählte dem Jungen von dem Unfall und wie der Vogel durch die Katze sterben musste. Der kleine Junge sagte darauf zu ihm: „Weißt Du alter Mann, wenn die Autos ein paar Minuten später ineinander gefahren wären, hätten die Fahrer wenigstens einmal ein Lebewesen gerettet“ Der Spieler nickte dem Kind schweigend zu, schaute noch mal in den Baumwipfel und fing an seinen Kasten zu drehen und sah dem kleinen Jungen dabei zu, als er die Federn des toten Vogels aufsammelte und seiner Mutter, die sich am Unfallort befand, zeigte.
Stormy Sunday Der Spieler liebte es sonntags langsam und ohne Hast aufzuwachen und danach aus seinem Bett zu steigen, am liebsten sogar erst um die Mittagszeit. An düsteren Oktobertagen mit kaltem und grauem Regenwetter, die Zeit wo sich der Sommer gänzlich verabschiedete, blickte er gerne von seinem Bett, aus dem Schlafzimmerfenster auf das nahe liegende Waldstück. Diesmal merkte der alte Mann, dass er es nachts an seinem Leierkasten wieder einmal übertrieben hatte. Ihm dröhnten die Ohren von der lauten Musik und höllische Kopfschmerzen machte ihm zu schaffen. Was ihn am meisten ärgerte war der Umstand, dass er mit seiner neuen Komposition kein Stück weitergekommen war und alles vorm schlafen gehen gelöscht hatte, weil es ihm nicht gefiel. „Alles für die Katz“ dachte er grummelnd und versuchte seinen Kopf nicht zu bewegen, damit er keine Schmerzen spürte. Er überlegte sich eine geschlagene Stunde ob er sich doch aufraffen sollte, um sich ein Frühstück zu gönnen. Der Bequemlichkeit zuliebe ließ es der Spieler bei der Überlegung. Er schaute lieber weiter zum Fenster hinaus und beobachtete den Wald. Langsam glitt er wieder in die morgendliche halbreale Traumwelt hinein. Er träumte von riesigen Konzerten die er mit seinem Leierkasten in großen Stadien gab. Von vielen tausend Menschen die mit glänzenden Augen seiner Musik still lauschten. Die Bühne auf der er stand, hatte eine überdimensionale Größe. Alles um ihn herum war riesig und einfach perfekt. Seine Mitmusiker waren bekannte Persönlichkeiten aus der Musikgeschichte, manche seine Vorbilder. Seltsamerweise konnte er ziemlich viele Instrumente perfekt spielen, als wenn er nie etwas anderes getan hätte. Seine Traumband und er spielten sich die Seele aus dem Leib. Das Konzert war ein riesengroßer Erfolg. Gegen Ende, gerade bei einer der unzähligen Zugaben, verspürte der Leierkastenmann mächtigen Hunger. Er hörte öfters eine Stimme die ihn aufforderte doch endlich zum Essen zu kommen. „Wie kann man bei so einem Konzert nur ans Essen denken“ dachte sich der Spieler verwundert. Gerade als er sich so richtig ärgerte, dass die Stimme immer lauter wurde, sogar seine eigene wunderhübsche Sängerin der Band übertönte, wurde die Bühne auf einmal kleiner und kleiner. Die Zuschauer wurden weniger und er erkannte bei lauter werdender Stimme nicht mal mehr die Umrisse des Stadions. So sehr sich der Spieler darauf konzentrierte das Stadion zu erkennen, je lauter und eindringlicher wurde die Stimme die ihn rief. Die Mitmusiker waren nur noch schemenhafte Umrisse in einem dichter werdenden Nebel. Er öffnete die Augen und merkte, dass er in seinem Bett lag, alles nur geträumt hatte. Sah sein Kind neben dem Bett stehen, das da rief „Papa, Essen ist fertig. Willst Du auch mitessen, oder willst du noch schlafen?“ Der Leierkastenmann fasste sich an den dröhnenden Kopf und rappelte sich langsam aus seinem Bett, nun quälte ihn doch der Hunger.
Equality Of Life Die Nachrichten waren in diesen Tagen voll mit Berichten von Gewalt, Terror und Kriege. Der Spieler machte sich darüber viele endlose Gedanken warum sich Menschen gegenseitig nie in Ruhe lassen können und fragte sich, weshalb es für Menschen wichtig war, ihre Meinungen oder Überzeugungen mit Gewalt zu verbreiten. Wie jämmerlich und erbärmlich musste doch eine Überzeugung sein, die man nur mit Krieg und Leid erzwingen kann. Irgendwie, so dachte sich der Leierkastenmann, waren doch die Menschen die niedrigste Form von Leben das es auf der Erde gab. Dem Tier geht es nicht um Macht, Hass oder Religion. Nein! Tiere töteten um zu überleben. Der Mensch kann doch durch seine vermeintliche Intelligenz relativ einfach auf diesem Planeten leben, er muss nicht töten um zu existieren. Vielleicht haben es die Tiere einfacher weil sie nicht denken können, nur ihrem Instinkt gehorchen. Tanzen Tiere irgendwann aus der Reihe sind eigentlich immer Menschen daran beteiligt, die auch diese nicht in Frieden lassen können. Menschen sind nicht intelligent, sonst würden sie nicht wie ein Rudel blökender Schafe vermeintlichen Führern in Politik und Religion hinterherlaufen und in ihrem Namen fanatisch töten oder morden. Wir Menschen halten uns für unwahrscheinlich Schlau und fortgeschritten, aber wir schaffen es nicht existenzielle Bedürfnisse auf unserer Welt zu befriedigen. Uns, die wir meinen auf der Evolutionsleiter ganz oben zu stehen, ist es doch viel wichtiger, wer Fußballweltmeister wird, was für unheimlich stupide Sprüche Politiker in der Balz oder Wahlzeit von sich geben oder was so genannte Prominente gerade so treiben. Alle 3 Sekunden stirbt ein Kind qualvoll durch Hunger oder Krankheit. Hunger von dem 800 Millionen Menschen betroffen sind. Hunger der ohne große Kosten für die Allgemeinheit gestillt werden könnte. Hunger der durch sinnlose Kriege, größenwahnsinnige und machtbesessene Phantasten, gepaart mit Macht und Dummheit, ausgelöst wird. Wir brechen in Tränen aus, wenn in unserer angeblich zivilisierten Welt viele tausende unschuldige Menschen ungerecht und grausam wegen religiösen oder politischen Fanatikern sterben müssen. Vergessen aber sehr schnell, dass wir selber unsere Kinder und Mitmenschen misshandeln, ja sie sogar auch im religiösen oder politischen Wahn angreifen. Wir komponieren unglaublich anmutige Lieder die uns unser Elend vor Augen führen, stimmen endlose Klagelieder in Fußballstadien an, schauen aber weg, ja sind sogar genervt, wenn wir Dokumentarfilme oder Berichte über die ärmsten Länder mit hungernden Kindern, gesendet zwischen Werbeblöcken mit Fastfood und opulentem Katzenfutter, oder durch Naturkatastrophen leidende Menschen sehen. Wir regen uns in unserer warmen, überversicherten Stube bei hitzigen Diskussionen über Asylsuchende Menschen auf, verachten diese Menschen mit ihren Traditionen und eigenen Geschichten. Reden uns raus wie unser Spendengeld wohl verwendet wird. Gleichzeitig rennen wir Schnäppchen hinterher, strotzen nur so vor Geldmachen und Geldgeilheit. Unsere eigenen Kinder überlassen wir, ohne sie richtig zu erziehen, einer Welt der Manipulation und Degeneration ohne dagegen jemals richtig anzukämpfen. Wir treten als Spaßgesellschaft mit Füßen auf Menschenrechte wenn es um unser Geld oder um unseren Besitz geht. Wir lassen gerne zu, dass uns unsere führenden Persönlichkeiten an der Nase herumführen, lassen uns somit in Richtungen drängen die wir nicht wollen. Leben wir denn wirklich so zivilisiert? Anscheinend sind wir doch in unserer eigenen kleinen Welt so arrogant und egoistisch geworden, um dies nicht mehr zu erkennen oder sehen zu wollen. In unserer ganzen Oberflächlichkeit erkennen wir leider nicht mehr das Wesentliche was ein Mensch ausmacht: Zu Denken...
Tapevoice Auf dem Marktplatz der Stadt war einmal im Jahr Kirchweih. Der Spieler beschloss für diese Zeit einen anderen Platz für sein Spiel aufzusuchen. Ihm waren so viele Menschen einfach zuwider und er bekam von soviel Hektik immer Kopfschmerzen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz blieb er auf einem alten Friedhof stehen, stellte hier seinen Leierkasten auf und fing an leise seine Musik zu spielen. Beim Spielen der Musik hing er, wie üblich, seinen Gedanken nach und überlegte, ob all die toten Menschen auf dem Friedhof dies wohl auch hören können. Er fragte sich, ob dieses kleine bisschen Leben was die Menschen besaßen alles war. Was mag wohl nach dem Tode kommen? Was passiert mit dem Wissen das die Verstorbenen im Laufe der Zeit gesammelt hatten? War das nicht unnütze Verschwendung von Weisheit? Er kam zu dem Ergebnis das all die verstorbenen Seelen irgendwo einfließen mussten, um die Menschheit irgendwie vorwärts zu bringen. Aber was ist, wenn kein Mensch diese Weisheiten hören konnte? Wie gelangten sie zurück in den Pool des Wissens? Flossen alle Seelen der verstorbenen in ein großes Reservoir, bekamen Neugeborene von dort ihre Seele, die etwas mehr Wissen der Menschheit als vorher besaß? Vielleicht ist doch was dran an den morphogenetischen Feldern. Mit einem Lächeln kam der Spieler auf den Gedanken, dass er vielleicht etwas von Mozart besitzen könnte, oder von John Lennon. „Das wäre was“ sagte der Spieler zu sich selbst. Dann wäre der Seelenpool ja eine Art Wesen das mit der Zeit reift, das wächst und sich fortbildet, Erfahrungen sammelt wie ein kleines Kind. Was ist, wenn das Seelenwesen erwachsen ist? Was wenn es stirbt? Der Leierkastenmann merkte, dass sich seine Gedanken im Kreise drehten und er nicht mehr weiterkam. Eine alte Frau, die gegenüber ein Grab pflegte und jetzt mit ihrer Gießkanne auf der Bank saß, sich auszuruhen schien, schaute ihn auf einmal durchdringend an. Der Leierkastenmann schaute verlegen auf den Boden, er fühlte sich irgendwie ertappt. Die alte Frau musterte ihn so eindringlich, dass es ihm Angst und Bange wurde. Erst als er ihr verschmitztes Lächeln in ihren Mundwinkeln sah, lies sein Schrecken etwas nach. Die alte Frau erhob sich von ihrer Bank und ging zu dem Spieler. Der Leierkastenmann fühlte sich jetzt wieder nicht wohl als er daran dachte, dass er sich jetzt mit der Frau unterhalten sollte, er wollte doch einfach seine Ruhe. Die Frau, so fand er, sah irgendwie altertümlich aus. Die Kleidung, das Haar alles sah so aus wie man es vor 50 Jahren getragen hat. Er amüsierte sich ein bisschen über das Aussehen der Frau, als sie vor ihm stehen blieb. Sie schaute ihn immer nur mit einem Lächeln an. Der Spieler konnte vor Verlegenheit nicht weiter spielen, er wurde richtig nervös. Gerade als er sich aufmachen wollte um vom Friedhof zu verschwinden, meinte die Alte zu ihm: „Hallo, ich heiße Thea Neumann. Wie heißt Du?“ meinte die alte Frau. Der Spieler stammelte seinen Namen und schaute dann verlegen auf den Boden. „Also mein Lieber, Du machst Dir hier Gedanken um meine Weisheit und ziehst es vor, Dich mit mir nicht zu unterhalten und weichst mir mit Deinen Augen unentwegt aus. „Wie soll ich wissen was Du wissen willst, wenn Du nicht fähig bist den Mund aufzumachen?“ meinte die Frau weiter, nahm ihre Gießkanne und ging des Weges. Der Spieler schaute ihr lange und schweigend nach bis sie auf dem Friedhof nicht mehr zu sehen war. Er rätselte unentwegt woher die Frau seine Gedanken wusste. Er konnte sich einfach keinen Reim darauf machen wie sie darauf kam. Einem flüchtigen Gedanken folgend ging er zu dem Grab bei dem die Frau sich vorher aufgehalten hat. Er blieb wie angewurzelt vor diesem stehen, als er die Inschrift auf dem Grabstein las. ’Hier ruht in Frieden Thea Neumann 1865-1948’
Pixiedust Eines Tages kramte der Spieler auf seinem Dachboden um etwas Ordnung in das Chaos zu bringen das sich jahrelang angesammelt hat. Der alte Mann bemühte sich in die Unordnung Übersicht zu bekommen, konnte sich aber von den alten Gegenständen nicht so richtig trennen. Viele Spielsachen aus seiner Kinderzeit waren ihm ans Herz gewachsen. Der Spieler erinnerte sich gerne daran, wie er als kleines Kind sich tagelang mit diesen Utensilien die Zeit vertrieb. Er baute eine kleine Eisenbahn auf, ließ sie im Kreis herumfahren und freute sich, dass sie noch funktionierte. In einem der unzähligen verstaubten Kartons fand er eine uralte Spieldose. Er überlegte, dass er so etwas als Kind nicht besessen haben konnte. Kurz entschlossen zog er die ziemlich verrostete und verstaubte Spieluhr mit dem Drehschlüssel auf der Rückseite auf. „Das ist aber ein primitiver Leierkasten“ dachte er dabei grinsend. Der Leierkastenmann lauschte der Melodie, die er glaubte nicht zu kennen und wurde dabei seltsam ruhig, hatte nun keine Hast mehr den Speicherboden aufzuräumen. Die Melodie. die ihm immer vertrauter wurde, meinte er doch schon gehört zu haben. Er blies mit dem Mund den Staub von der alten Spieldose, hielt aber inne als er den ganzen Dachboden damit vernebelte. Der Spieler sah auf die Inschrift der Dose die das Baujahr angab. „Die ist ja so alt wie ich“ dachte er. Langsam wurde ihm auch klar woher er die Melodie kannte. Seine Mutter spielte sie, als er noch ein kleines Kind war, zum Einschlafen immer vor. Dunkel erinnerte er sich jetzt. Der Spieler erinnerte sich an die Märchen die man ihm als Kind vorlas. Märchen mit Feen, Drachen, Kobolde, Prinzen und Hexen. Langsam malte er sich eine verwirrende Welt mit vielen Märchenfiguren aus. Böse Märchenfiguren hatte er eigentlich nie. Bei ihm war die Hexe aus Hänsel und Gretel eine Art geschwätzige Brotverkäuferin und die böse Königin aus Schneewittchen eine nach Parfüm riechende, alternde Avonvertreterin. Er erinnerte sich wieder an die Bedeutung der Spielsachen, begriff warum er sie nie wegwerfen wollte. Jedes Spiel, jedes Auto, jedes Stofftier hatte eine eigene Gestalt in seinen Märchen. So hatte er als Kind eine ganze Welt in seinem Kinderzimmer erschaffen in der sein liebstes Spielzeug, die Spielkarten, eine große Rolle spielten. In seiner Fantasie waren es kleine Elfen die in der Luft umherschwirrten. Der alte Mann packte jetzt einen staubigen Karton nach dem anderen aus und verteilte das alte Spielzeug im Dachboden. Die Eisenbahn, die Autos, die Spielkarten, die Teddys alles was er in die Finger bekommen konnte. Ziemlich schnell verlor der Spieler sich in der Fantasiewelt der Spielsachen und Märchen. Er sah eine Fee, was eigentlich ein Halstuch war, ein Prinz, der in Wirklichkeit nur ein alter Kinderhut war, die Eisenbahn war für ihn ein Drache, eine kleine Steinschleuder stellte für ihn ein Einhorn dar, die Hexe war eine alte Wurzel die er aus dem Wald mitgebracht hatte, Hänsel und Gretel war der zweiarmige Kerzenleuchter – alles dies dachte er sich als Kind aus. Ihm fielen auch die vielen Geschichten ein die er sich für die Märchenfiguren ausgedacht hatte. Der Leierkastenmann fing an breit zu grinsen, weil er als Kind immer darauf bestand, dass das Halstuch nie bei der Eisenbahn liegen durfte, der Kerzenleuchter durfte niemals bei der Wurzel stehen, der Hut aber zur Steinschleuder gehörte. Feen und Drachen vertragen sich nicht, Prinzen suchten immer ein Einhorn, die Hexe wollte Hänsel und Gretel verspeisen - das wusste schließlich jedes Kind. Der Spieler nahm die Spielkarten und warf sie in die Luft. Es blitzte in seinen Augen, als er die vermeintlichen Elfen fast geräuschlos durch den Dachboden fliegen sah. Überall wo sie hinschwirrten wurde es hell und zischelte es. Der Spieler befand sich in seinen Gedanken in einem Heer mit blinkenden Elfen die um seinen Kopf umherschwirrten. Er versuchte sie zu greifen, aber geschickt wichen sie seiner Hand immer wieder aus. Als die vermeintlichen Elfen in der Luft wie Seifenblasen zerplatzten und die Musik der Spieldose zu Ende war, merkte der Leierkastenmann was er auf dem Dachboden angerichtet hatte. Überall wo er in mühseliger Arbeit aufgeräumt hatte, herrschte wieder das Chaos. „Was soll’s“ dachte er sich. „Lasse ich es halt so liegen. Hier kommt sowieso kaum einer rauf“ Er ging zur Bodentür hinunter und lies alles so stehen wie er es verteilt hatte, schloss die Türe ab und steckte lächelnd eine Spielkarte in seine Tasche. |
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Technical Equipment Roland JV2080 (including World, Tekno, Orchester2, FX, Vocals, Bass and Drum, HipHop Expansion-Boards), Technics WSA1R, Korg X5DR, EMU Audity2000 incl. Xtreme Expansion, Yamaha CS6x incl. Analogboard, Roland Digital Reverb SRV3030, Roland PC-200 MKII, Boss MX5, Emagic AMT8, Midiman 24/96 Audiophile, Hoontech XG, Pioneer A-103, Music Companion 7.0, Cubase VST 3.7/5.0, Q-Sound-Tools, Q-Sound-Commander, Steinberg Wavelab, Soundforge
All tracks composed, performed, produced and mixed by -MM- Lummerland-Studio, Römerberg 2000-2002 Lyrics and Design by –MM– Vocals: Noi Snap Xelacov Graphics by Salvatore Dali and C‘T |


